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Italo-Erfolg

Eine original italienische Trattoria in Kärnten gefällig? Wir verweisen aufs „Trastevere“ in Villaco, Pardon, Villach.

Von: Heinz Grötschnig, Ausgabe Oktober 2009


Der Kärntner ist kulinarisch italophil. Bis zum Abwinken. Deshalb ist ein italienisches Lokalkonzept ein gut sperrender Schlüssel zum Erfolg. Wenn, ja wenn, Authentizität vermittelt wird. Deshalb boomen einige Italiener – einige aber auch nicht. So ein „Boomer“ ist das Trastevere. Immer voll. Im Sommer speist man im überdachten Innenhof, in kälteren Jahreszeiten unter Gewölben. Und bekommt exakt das unkomplizierte Trattoriafeeling vermittelt, das viele von uns im Süden so suchen. Es gibt Fischernetze zur Dekoration und eine Vitrine – Branzini und Orate schauen klar und frisch aus den Augen, würden sich aber auf Eis besser fühlen als in den Styroporschachteln des Fischlieferanten. Zur erstklassigen, originalen Insalata mista (mit frisch geriebenen Karotten) kommt selbstredend die Flasche Olivenöl auf den Tisch, comme in Italia. Die Kellnerin verweist bei der Bestellung darauf, dass man mit dem Business-Menü (6,50 bis 13,90 Euro) billiger fahren würde. Das verdient Lob, nicht überall wird man so beraten. Der Fischvorspeisenteller (11,50 Euro) ist guter Durchschnitt. Sarde in Saor (etwas kalt), Scampi in Cocktailsauce, ein sehr großes (wie ein Matjes) Alici, Oktopussalat und Lachsmousse, dazu gutes Weißbrot – Preis- Leistung passen voll, nur die Balsamicodeko ist überflüssig. Ausgezeichnet danach die superzarten, gebratenen Calamari (11,50) mit wunderbaren, gebackenen Kartoffeln, erstklassig der Branzino mit Polenta. Wie in der Hafenkneipe in Grado. Anderntags probieren wir hochwertige Mozzarella Buffala (9,50), allerdings sollte man die Strunke von den Tomaten entfernen. Die Spaghetti Gamberi (12,00) sind üppig portioniert und gut, die Spaghetti Napoli entsprechen dem Original aus Neapel. Die Profiterol (5,50) mit Kaffeecreme sind etwas zäh, die Creme hat aber hohen Verführungsfaktor. Fazit: Ein stimmiges italienisches Gesamtkunstwerk. Die Weinauswahl ist nicht umwerfend, aber es gibt einige gute italienische und österreichische Tropfen, die (wie in Italien) im Dezi serviert werden. Die Preise sind absolut fair – und das ist auch ein Teil des Erfolges.

 

07.10.09 15:40 Alter: 338 Tage


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