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Die Balance

La Balance, Pörtschach: Menüs nach den vier Elementen und ein Koch, der sein Können bei Vier-Haubern geschärft hat.

Von: Heinz Görtschnig, Ausgabe Jänner 2010


Kann man ein Gourmetrestaurant in Pörtschach ganzjährig führen? Dieser Frage sind wir im letzten MONAT am Beispiel des „La Passion“ mit zarter Skepsis nachgegangen. Und nun schon wieder Pörtschach & Gourmet & ganzjährig: Im Fall des „La Balance“ vielleicht mit anderen Aussichten – hier steht ja ein Hotel hinter dem Projekt.

Andrea und Karl Grossmann haben im Frühjahr das Balancehotel am Hügel ob Pörtschach (beim Sparmarkt rechts abbiegen) eröffnet und eine beachtliche Auslastungsperformance geschafft. Und sie haben es schon im ersten Jahr gewagt, ihr Haus als Fastganzjahreshotel zu positionieren. Die Rechnung scheint aufzugehen.

Zum Wellnesshaus gehört das auf Anhieb mit einer 14-Punkte-Haube ausgezeichnete Restaurant. Auch dieses bleibt im Winter, von Donnerstag bis Sonntag, geöffnet. Hinterm Herd steht Franz-Josef Fleischhacker, der immerhin bei Vierhaubern wie Walter Eselböck (Taubenkobel) oder Christian Beck (Coburg) sein Können geschärft hat.

Das Restaurant wird wie das Hotel nach den vier Elementen geführt, der hübsche Ala-carte-Bereich wechselt wöchentlich sein Dekor und auch die Menüs stehen im Zeichen der Elemente – wir kosteten eines im Zeichen des Feuers (sechs Gänge 56 Euro). Man startet mit feinem Gedeck (sehr fein: der Kürbisölaufstrich) und einem Amuse Gueule von der Jakobsmuschel – diese präsentiert sich zart gebraten auf Couscous, mit Mangold und mit Süßkartoffelpüree.

Dicker geschnitten, aber butterzart das Rindscarpaccio vom Kärntner Angus, dazu gibt’s top gewürztes Tartar. Sensationell geschmacksintensiv die Champignonsuppe, das pochierte Hühnerei dazu ist wohl zu voluminös, ein Wachtelei wäre passender.

Großartig die Kombination aus krossem Zander, fein süßem Rote-Rüben-Fonds und Rahmravioli, ein Aromaerlebnis das Mandarinen-Champagner-Sorbet. Beim Zweierlei vom Kalb überzeugte der geschmorte Part, der gebratene gab sich etwas bissfest.

Toll auch das Dessert mit karamellisierter Sauerrahmtart und Schokoküchlein. Die Weinauswahl orientiert sich stark an Österreich, der Service ist angenehm dezent.

 

26.01.10 11:12 Alter: 220 Tage


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