Einfachosteria
Die Osteria klein, das Essen fein: Die Ex-Posta an der alten Grenze vor Tarvis überzeugt mit karnischer Kost.
Irgendwie zeigen uns Italiener oft, wie es geht: Diese kleine Osteria, 1,2 km nach der alten Grenze Richtung Tarvis, hat: Einen einzigen Wein rot und weiß und eine kleine Speisenkarte, die einem in Austria die Stammgäste schnell erweitern würden („das musst du haben, das auch“ usw.)
Muss man nicht, sagt Alcide Cicuto, den wir aus Tarviser Lokalen kennen: Er zelebrierte Fisch im Adriatico, verwöhnte am Golfplatz und betreibt nun die Ex-Posta.
Einfacher Gastraum, kleine Karte. Aber Alcide kocht Fleischgerichte und Deftiges vorzüglich. Man startet etwa mit wunderbar cremiger Toc in Braide (5 Euro), gerührter Polenta mit Rahmkäsecreme. Oder mit einem kleinen, feinen Frico, der Holzfällerspeise, in sämiger Zwiebelsoße.
Die Pappardelle al Sugo di Cervo, Bandnudeln mit Hirschragout, sind sowas von kräftig würzig, besser geht’s kaum (7,-). Und die Gemüsesuppe kostet, da schau her, unitalienische 4 Euro.
Auch die Tagliata vom Rind ist preislich top (15,-) und perfekt zart in Ruccola gebettet. Der Kalbsbraten ist klassisch geschmort (10,-), dazu wird bunte Peperonata gereicht. Der offene Merlot von Livon passt gut (ein paar Flaschenweine würde man sich zu dieser Küche aber wünschen).
Desserts? O ja, hausgemachte Crema Catalana (3,-) als Kalorienfeuerwerkerl. Oder lauwarmes Schokotörtchen mit Mascarponecreme (5,-), eine süße Sünde wert. Fazit? Einfache Location, gute italienische Hausmannskost, faire Preise.













