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Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 17.07.2017

Sehen und gesehen werden...

oder wie man Dinge auch regeln kann…

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Foto: Shutterstock

Bei Sehen und Gesehen werden denkt man oft an gesellschaftliche Ereignisse. Meine Frau und ich sind durch ihre Tätigkeit oft auf diversen Festen eingeladen und es ist für mich immer interessant die Menschen dort zu beobachten. Sie fühlen sich meist wohl und sind dort lockerer als sonst. Sie werden „gesehen“ und das tut jedem Menschen gut. Aus psychosozialer Sicht absolut nachvollziehbar.

Nur im alltäglichen Umgang vergisst man das oft und erschwert sich dadurch das Leben. In der Hektik des Alltags vergisst man auf diese Möglichkeit der Wertschätzung, die kaum aufwendig ist und das Leben extrem vereinfachen kann.

Ich kann mich noch an die Schule erinnern. Natürlich war es strengstens verboten im Schulgebäude zu rauchen. Aber wenn man freundlich zur (damals war das noch eine korrekte Bezeichnung) Putzfrau war, hatte man einige Vorteile. Unsere Raucher brachten ihr immer wieder einmal ein Päckchen Kaffee vorbei und „durften“ in einer stillgelegten Toilette im vierten Stock rauchen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ich berate auch Firmen und das ist meistens eine Beratung in der es um Kommunikation geht und um Wertschätzung des Gegenübers. Mein Klient war (ist) sehr erfolgreich und bewegt sich am schlüpfrigen Parkett der Gesellschaft sehr gut. Es gab aber einen Fall, der ihn einfach „irre“ machte. Ein Geschäftspartner, von dem er abhängig war, drangsalierte ihn immer wieder mit neuen Zusatzbestimmungen zu einem neuen Vertrag, den mein Klient dringend benötigte. Es ging in diesen Zusatzbestimmungen um Kleinigkeiten, aber sie nervten doch erheblich. Wir gingen die Verträge immer und immer wieder durch, um den Grund zu erkennen, warum das seinem Geschäftspartner so wichtig sein könnte.

Erst als wir daran dachten, dass es vielleicht einen ganz anderen Grund für das Vorgehen seines Vertragspartners geben könnte, kam uns die Erleuchtung. Mein Klient war ein Freund des Vorgängers des besagten Herrn und er machte sich Dinge, die beide Firmen betrafen immer noch mit seinem Freund aus. Der neue Geschäftsführer hatte sozusagen dann nur mehr die Aufgabe diese Vereinbarungen zu bestätigen. Er wurde prinzipiell bei jeder Entscheidung übergangen. Mein Klient erkannte den Fehler, der ihm nur aus Freundschaft zum alten Geschäftsführer und aus Flapsigkeit passierte und korrigierte ihn mit einem Gespräch.

Seit diesem Zeitpunkt arbeiten beide Firmen, wie eh und jeh zusammen und für viele Tätigkeiten braucht es nicht einmal einen Vertrag, da genügt das Vertrauen untereinander.

Uns passiert das auch oft, dass man die Wertschätzung für einen Menschen nicht kommuniziert. Probieren Sie es einfach, ein ernst gemeintes Kompliment öffnet einem Tür und Tor... Man will gesehen werden...

 

  Erklärung: Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben.Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

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