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Beauty | 22.08.2017

Ach SO heißt das – Wenn Trends ihrem Namen vorauseilen

Merkwürdige Trends gibt es ja viele. Wer vor der Kamera schon mal so getan hat, als würde er gar nicht merken, dass ein Foto geschossen wird, ist Teil eines Instagram-Trends, der im Sommer 2017 endlich seinen eigenen Namen bekommen hat: #plandid. Das Kofferwort entsteht aus den Worten "planned" und "candid", also aus den Worten "geplant" und "ehrlich" oder "aufrichtig". Dabei soll das Foto wie ein Schnappschuss wirken, es ist aber genau das Gegenteil. Zugegeben: Dass Star-Fotografen und Models auch schon die glorreiche Idee hatten, nicht immer direkt in die Linse zu blicken, ist klar. Dank einer Social-Media-Dynamik, die man nicht immer hinterfragen sollte, sind jetzt alle irgendwie voll im Trend – die meisten wohl noch unbewusst.

Ist es eigentlich ein Trend, wenn es keinen Namen dafür gibt?


Fashion- und Beauty-Instagramer sind also schon lange trendiger, als ihnen vielleicht bewusst ist. Oder ist es gar kein Trend, solange er keinen Namen hat? Unklar ist, wer den Begriff #plandid geprägt hat. Eine schnelle Suche auf Instagram zeigt, dass der Hashtag immer öfter genutzt wird, sodass er vielleicht ja irgendwann sogar die Müsli- oder Avocado-Brot-Fotografen mitreißt. Doch #plandid geht auch offline: Wer leidenschaftlich gerne fotografiert oder sich fotografieren lässt, kann solche Pseudo-Schnappschüsse ganz klassisch ausgedruckt in einem Fotobuch sammeln, z.B. von Hartlauer, und es auch dann noch betrachten, wenn mal das WLAN ausfallen sollte.

Was macht #plandid-Fotos aus?


Leute versuchen oft, den lässigen Charakter eines #plandid-Bildes zu perfektionieren. Sie schauen ganz beiläufig auf den Boden; echte Profis schauen sogar knapp an der Kamera vorbei gen Horizont, als gäbe es sie gar nicht. Man wird also ganz spontan total natürlich abgelichtet, wie man anmutig und charmant aus einem Café kommt und sich die Sonnenbrille auf der Nase zurechtrückend. Also wie immer halt. Ganz nach dem Motto: "Ach, die Kamera hab ich jetzt gar nicht bemerkt". Doch wieso ist dieser Trend so beliebt? Was macht den Reiz dieser "zufälligen" Ästhetik aus? Anders als bei Bildern aus dem Gym, möchte man bei einem Besuch im Café nicht angestrengt wirken, sondern eher ein Gefühl des Laissez-faire vermitteln. Es könnte auch eine Art Vorwand sein, unter dem man weniger eingebildet oder gekünstelt Bilder von sich hochladen kann – schließlich soll das Bild ja so aussehen, als hätte man nicht gemerkt, fotografiert worden zu sein. Doch packt man noch #plandid unter das gepostete Bild, ist man definitiv ein bisschen ehrlicher zu seinen Followern.



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