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Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 07.02.2018

Liebst du mich?

„Die Antwort war für uns nie wirklich klar. Jetzt sind wir fast ein altes Liebespaar. Und immer noch dieselbe Frage“, singt Michael Heltau. Warum ich mir diese Platte – jawohl, ich hab‘ noch Platten; und mein Plattenspieler ist fast so alt wie meine erste Liebe – mit dem „Lied von der alten Liebe“ des großen Chansons-Meisters Jaques Brel aufgelegt habe, ist einfach zu erklären. Der Valentinstag am 14. Februar steht vor der Tür.

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Über die Liebe plauderten Brigitte Karner (l.), Angelica Pral-Haidbauer und Peter Simonischek

Nur ein Wort? Chemie? 

So viele Jahre habe ich bereits über die Liebe geschrieben, dass mir – ehrlich gesagt – nicht mehr viel dazu einfällt. Ich habe aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ zitiert, der schrieb: „Es ist wahr: Wir lieben das Leben, nicht, weil wir ans Leben, sondern ans Lieben gewöhnt sind. Doch es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe.“ Dass „Liebe zunächst nur ein Wort ist“, in das wir Eros, Agape und Nächstenliebe (die sinnvolle Unterscheidung der alten Griechen) „zusammengetackert haben, was dieses Gefühl so kompliziert macht“ – diese Erklärung habe ich mir beim Philosophen Richard David Precht abholen können. Und den Höhepunkt meiner Recherchen habe ich schließlich mit der Schriftstellerin Elke Heidenreich geliefert, welche die Liebe in eine Formel brachte: C6H5 (NH2) CH3. Jene biochemische Substanz, die das Liebessyndrom im Gehirn auslöst.

Aber was ist sie nun wirklich, die Liebe? Diese Frage haben wir unseren Protagonisten gestellt und gemerkt, dass die Antwort gar nicht so einfach ist. So hat sich der beliebte Burgschauspieler Peter Simonischek gleich hinter der großen Literatur versteckt, indem er mir sagte: „Die wunderbarsten Liebesgeschichten sind natürlich solche wie diese herzzerreißende ‚Erste Liebe‘ von Iwan Turgenew. Die begegnen sich einmal und nie wieder – und bleiben doch ein Leben lang verbunden. Aber wie alle guten Liebesgeschichten geht sie schlecht aus, es gibt keine gute Liebesgeschichte, die gut ausgeht.“ „Hier geht es ja um uns“, konterte darauf Ehefrau Brigitte Karner, „du schreibst mir sogar nach fast 30 Ehejahren noch schwärmerische SMS!“ Darauf der Ehemann: „Oh ja, die schönen sammle ich sogar, da reimen wir Gedichte.“ Also, alles gut im Hause des Künstlerpaares. ;-)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Valentinsausgabe, also unserer Februar-NIEDERÖSTERREICHERIN, findet Ihr viel Berührendes zum Thema. Mit Nina Blums neuem Programm stolpern wir direkt in ein Beziehungskabarett; über Liebe und das Glück einer Patchworkfamilie sprach Viktória Kery-Erdélyi mit Elisabeth Engstler und Andreas Steppan. Und schließlich freuen wir uns über die Geburt des kleinen Theodors aus Scheibbs, dem 2.000. Baby der Einrichtung „YoungMum“. Wie recht er hat, der Peter Simonischek, mit seinem Statement: „Die wichtigen Dinge des Lebens entstehen nur aus Liebe.“
Euch allen einen wunderschönen Valentinstag ganz im Zeichen Ihrer Gefühle!

Herzlichst,

Eure Angelica Pral-Haidbauer
Chefredakteurin