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My Dream. My Life. My Reality.by Carina Sara

My Dream. My Life. My Reality. | 22.03.2020

Corona mit Kind #3

Not macht erfinderisch!

Freitag
Hoch die Hände, Wochenende. Was unternehmen wir? Nun gut, unser Radius ist beschränkt. Aus der Not eine Tugend machen, denke ich mir. Wir verabreden uns mit Freunden, direkten Nachbarn. Halten uns aber an die Regeln. Sicherheitsabstand, mindestens ein Meter. Schon mal was von einem Mauerbier gehört? Oder einem Zaunplausch? Geht gut, wir haben es getestet. Bis Mitternacht, mit Winterjacke, Haube und Handschuhen. Aber bitte nicht falsch verstehen. Wir sind keine Alkoholiker. Noch nicht... Aber „mit“ ist vieles leichter, gerade in Zeiten wie diesen! Vermutlich gehen wir, wenn das hier überstanden ist, alle gemeinsam in den Entzug. Und noch was positives bringt der erhöhte Konsum mit sich: Ich „darf“ am Montag wieder in den Supermarkt. Nachschub einkaufen...
Samstag
Das Wetter hat umgeschlagen. Regen, 15 Grad Temperatur-Unterschied. Wir backen Kuchen. Um acht Uhr in der Früh. Es ist der dritte diese Woche: Sandkuchen mit Schokoglasur, Guglhupf und heute schließlich Omas Nusskuchen. Danke, Dr. Oetker. Danke, Mama. Für dein Weihnachtsgeschenk 1998, heute macht sich das Backbuch bezahlt! Zur Bäckerin werd ich in diesem Leben trotzdem nicht mehr, so viel steht fest. Wir hatten schon alles: Außen verbrannt, innen zu weich oder schmeckt wie „ein Staubtorpedo“ (Copyright by Opa Mac). Ich widme mich besser meiner neuesten Leidenschaft, der Förderung der regionalen Gastronomie. Gerade jetzt halten wir zusammen. Umweltschutz und Achtsamkeit bekommen eine völlig neue Bedeutung. Statt Plastikvermeidung horte ich inzwischen Plastikschüsseln in der Speisekammer. Lieferservice ist das Wort der Stunde. Es ist schließlich Wochenende und da bleibt die Küche kalt. #wirhabenesunsverdient
Sonntag
Am Vormittag hab ich mich zum skypen verabredet. Mit meiner Nachbarin. Sie wohnt Luftlinie 30 Meter von mir entfernt, wir haben uns aber ein paar Tage nicht gesehen. Richtig schick haben wir uns gemacht: Schlafanzug gegen Vorzeige-Shirt getauscht, ich hab sogar Make-Up aufgelegt. Nicht für sie, für mich. Man (Frau) sieht sich ja im Skype-Fenster;) Außerdem steht ein Spielenachmittag an. Das Lieblingsspiel meiner Tochter: Spiel des Lebens! Was willst du einmal werden, wenn du groß bist? In Zeiten Corona sehe ich das alles in einem völlig neuen Blickwinkel. Gibt es DEN Job fürs Leben überhaupt? (Vorsicht, meine Chefin liest mit...) Um kurz nach fünf schick ich einer anderen Nachbarin ein Foto von mir. Auf der Couch, mit einem Glas Wein in der Hand. Sie ist entsetzt: „Es ist 17:26 Uhr.“ Ich reagiere: „Eh. Ich weiß, bin heut spät dran.“
Ausblick
Meine berufliche Flaute hat aber auch einen Vorteil. Meine Gedanken fahren nicht mehr ununterbrochen Karussell. Keine Events stehen an, alle Veranstaltungen für nächste Woche sind abgesagt. Mein Kopfkino hat mal Pause, ich hab auf Durchzug gestellt. Und siehe da, die Kreativität fährt rauf. Neue Ideen sprudeln! Ich hatte am Wochenende endlich wieder mal Zeit, mit meiner besten Schulfreundin zu chatten. Wie es bei ihr in Hamburg so läuft, usw.! Ihr Freitag Abend war meine Eingebung: social live goes online. Virtual Reality sozusagen. Stay tuned! Not macht erfinderisch!

 

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