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My Dream. My Life. My Reality.by Carina Sara

My Dream. My Life. My Reality. | 05.04.2020

Corona mit Kind #5

Do it yourself!

Es ist soweit. Mann arbeitet jetzt auch im Team. Wie ich das finde? Normal verlässt er im Morgengrauen das Haus, bei Dunkelheit. Nun ist er Gruppe 2. Arbeitsbeginn 9:30 Uhr. Erster Tag Schichtarbeit. Ich stehe auf, er sitzt in der Küche. Ich komme vom joggen zurück, er sitzt in der Küche. Ich bin frisch geduscht, er sitzt in der Küche. Vorsichtig wage ich mich vor. „Was machst du da eigentlich?“ Irgendwas mit seinem Handy, antwortet er (mehr verstehe ich nicht). Plötzlich kommt Bewegung in die Handlung. Freudestrahlend springt er auf, sogar die Katze erschrickt vor so viel ungewohnter Begeisterung. Mit funkelnden Augen schaut er mich an. Fast wie ein Kind, dass es kaum erwarten kann, von einer genialen Idee zu erzählen. „Vielleicht geh ich jetzt auch jeden Morgen joggen, dann hab ich was zu tun!“ Ich überlege... „Oder du räumst mal die Spülmaschine aus.“ „Oder du schmeißt mal die Waschmaschine an.“ Oder du leerst das Katzenklos aus.“  Oder – aber das denke ich mir lieber nur - du tust einfach das, was ich seit Jahren jeden einzelnen Tag tue, bevor ich auf die Arbeit fahre.

Ja, ich reagiere etwas too much. Aber irgendwie ist grad die Luft raus. Meine euphorische to do Liste ist abgearbeitet. Der Kühlschrank ist geputzt, das Gefrierfach ist abgetaut. Die Winterklamotten sind ganz oben im Schrank verstaut, die Kästen ausgemistet. Meine Backkünste mag schon lang keiner mehr essen und draußen waren wir auch fleißig. Der Rasen ist vertikutiert und gedüngt. Die Hecken gestutzt, das Unkraut gezupft. Eine neue Beschäftigung muss her. Do it yourself! Unter fachkundiger YouTube Anleitung lerne ich das nähen von Mundschutzmasken. So richtig: Mit Nadel und Faden (eine Nähmaschine besitze ich NATÜRLICH nicht) und alten T-Shirts meiner Tochter mache ich mich ans Werk. Man (Frau) will ja vorbereitet sein, wenn nächste Woche die Maskenpflicht im Supermarkt kommt. Style up your life!

Unsere Zaungespräche in der Siedlung bringen leider auch nicht viel neues ans Tageslicht, kaum Klatsch & Tratsch zu besprechen. So widme ich in diesen Tagen viel Zeit meinen WhatsApp Freunden. So auch Claudia. Ich kenne sie seit Jahren, wir chatten in regelmäßig unregelmäßigen Abständen. Heute erzählt sie mir von ihrem Corona-Alltag als working mum im homeoffice. Ich erzähle ihr, dass ich überlege, meiner Tochter mit einer dumpfen Nagelschere die Haare zu schneiden. Ganz nebenbei erwähnt sie, dass sie gerade selbstständig unter fachkundiger Anleitung via Telefonkonferenz mit ihrem Zahnarzt dem 10jährigen Sohn ein Loch im Zahn gefüllt hat!!! Claudia, meine Heldin des Tages! (Oma & Opa leben mit im Haus und Risikopatienten in der Familie – da geht sich derzeit kein Zahnarztbesuch aus.) Plötzlich bin ich nicht mehr so stolz auf meine neue DIY Leidenschaft...

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#doityourself