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Lifestyle | 11.07.2016

Dirndl im Trend

Von der Traditionstracht zu Festmode und Partyoutfit.

Einst hatte das Dirndl die Funktion einer traditionellen Tracht. In Österreich und Süddeutschland waren das traditionelle Dirndl und die Lederhose weit verbreitet. Längst ist das Gewand das meist aus Bluse, Dirndlkleid und Schurz besteht, aus dem Schatten der Tradition herausgetreten und ist nun zum angesagten Party-Outfit oder gar zur Festtagsmode geworden. Getragen wird das Dirndl nun nicht mehr nur im Bierzelt, sondern auch zu festlichen Anlässen wie etwa Hochzeiten.

Zur Geschichte des Dirndls

Das Dirndl ist ein Kleidungsstück von vielen auf den Kleiderhaken, auf denen ganz unterschiedliche Trachten hängen. Einst bzw. mit Blick auf die alte Trachtentradition hatten die Frauen Dirndl für alle Anlässe im Schrank. Deutlich waren die regionalen Unterschiede und die, die aufzeigten, welchen Status und Familienstand die in Dirndl gekleidete Frau hatte, aus welcher Herkunft und welchen Wirtschaftsverhältnissen sie entstammte. Regionale und historische Bezüge zeichneten die Trachten aus, die nur ansatzweise mit den heute modernen Dirndln unter einen Hut zu bringen sind.

Der Name rührt im Übrigen von der „Dirne“, dem jungen Mädchen und auch der Dienstmagd, die durch das Dirndl Beinfreiheit erhielt, ohne zu aufreizend gekleidet zu sein. Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum traditionellere Trachten in aller Regel echt hochgeschlossen geschnitten waren. Ende des 19. Jahrhundert trugen vornehmlich Städter der Oberschicht Dirndl. Nach dem Ersten Weltkrieg fungierte das Dirndl als günstige Alternative zur Frauentracht. Während des Dritten Reiches wurde das Dirndl grundlegend modernisiert: Die hochgeschlossene Form wurde entfernt, die Arme waren nicht mehr länger bedeckt und die Schnürung der Taille goss das Dirndl beinahe in seine heute übliche Form.

Variantenvielfalt beim Dirndl

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Dirndl und Lederhosen sind längst nicht mehr der Erwachsenenwelt vorbehalten. Viele Modelle gibt es auch für Kinder Foto: : pixabay.com © steinchen (CC0 Public Domain)
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Die Vielfalt an Dirndl ist schier unendlich. Gedeckte Farben werden seltener, Dirndls in knalligen Farben sind wahre Party-Hingucker Foto: pixabay.com © Gela (CC0 Public Domain)

Über traditionelle Feste wie Kirchweihen, Volksfeste, das Münchner Oktoberfest oder die Wiener Wiesn zogen Dirndl nicht nur zur Bierzelt-Saison in die Regale ein, sondern wurden mehr und mehr gesellschaftsfähig. Darauf reagierten die Modemacher mit einer großen Variantenvielfalt, die bei der Länge des Kleides beginnt und beim Material noch lange nicht endet. Die Klassiker, die noch stärker an die traditionelle Tracht erinnern, sind Landhauskleider, die aus Leinen bestehen.

Beim Dirndl-Berater von Otto werden Dirndl-Newcomer an die Hand genommen und Schritt-für-Schritt durch die Welt der modernen Dirndl-Varianten geleitet. Diese Entscheidungen sind dabei zu treffen:

-       Die Länge des Kleides ist das erste Auswahlkriterium. Grundsätzlich gibt es drei Varianten: Das lange Dirndl-Kleid, das bis zum Knöchel reicht, das Midi-Kleid, das etwa bis zum Knie geht, oder die Mini-Variante, die auf halber Höhe des Oberschenkels endet.

-       Die Farbe des Kleides ist das zweite Auswahlkriterium. Dabei gilt: Die schlichte, klassische und auch elegante Variante besteht aus einem dunklen Kleid und einer farbigen Schürze, wobei die Farbe der Schürze im oberen Teil des Kleides bereits auftaucht. Moderner und partytauglicher sind die Outfits, die in knalligen Farben gehalten sind. Dabei stehen die Kleider selbst und nicht etwa die farbigen Schürzen im Fokus.

-       Der Brustumfang ist das dritte Auswahlkriterium. Auch hierbei gilt: Das moderne Dirndl ist so konzipiert, dass es durchaus knackig sitzt. Durch die Kombination mit passenden Dessous und einem eng geschnürten Mieder, wird die Oberweite ins rechte Licht gesetzt.

-       Der Taillenumfang ist das vierte Auswahlkriterium. Dabei gilt Ähnliches wie beim Brustumfang: Das Dirndl muss eng anliegen und sitzen.

 

Diese Accessoires runden das Outfit ab

Traditionell wird ein Kropfband als Halsschmuck zum Dirndl getragen. Diese Samtketten gibt es farblich passend zur Dirndlfarbe und mit einem kleinen Anhänger (meist einem Herz oder einem Edelweiß). Eine Alternative dazu sind Kordel-Ketten, die ebenso farblich passend und mit einem entsprechenden Anhänger versehen das Dirndloutfit komplettieren können. Zum passenden Wiesn-Hairstyling gibt es hier Inspiration.

Mit Blick auf die Füße der Dirndl-Damen sieht man heute Ballerinas, Pumps und sogar Trachten-Sneakers, die zum Dirndl kombiniert werden. Auch hier entscheidet der Anlass darüber, was getragen wird. Die Tasche sollte dann entsprechend passend zum Schuh gewählt werden. Neben schwarzen Täschchen, die mit Herz oder Edelweiß verziert sind, gibt es auch hier das lässige Äquivalent zum Sneakers-Schuh. Eine Trachtenjacke oder alternativ ein Schal runden das Dirndl-Outfit final ab. Weitere Wiesn-Begleiter lassen sich hier nachlesen.

Style-Tipp: Wer ist im Dirndl gut gekleidet?

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Foto: pixabay.com © jackmac34 (CC0 Public Domain)

Grundsätzlich hat jede Frau eine Dirndl-Figur. Diejenigen, die mit einer üppigen Oberweite ausgestattet sind, können diese im Dirndl natürlich sehr schön zur Geltung bringen. Andere wiederum können mit speziellen Dessous in Kombination mit der Miederschnürung ganz unauffällig schummeln. Raffungen in der Mitte vergrößern das Volumen optisch. Wer Angst hat, dass ein Dirndl das Hinterteil zu üppig wirken lassen könnte, sollte sich für eine modern geschnittene Variante entscheiden. Frauen mit strammen Wadeln haben mit einem längeren Kleid die besten Möglichkeiten, diese zu kaschieren. Weitere Tipps zum perfekten Dirndl-Outfit gibt es in diesem Style-Guide-Film.