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Lifestyle | 02.05.2017

Alt & Jung

Beim Football-Klub Carinthian Lions spielen Papa Bernhard und Sohn Dennis Kamber in einer Mannschaft.

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Die Lions Bernhard und Denis Kamber

Text Ralf Mosser Fotos Daniel Raunig

 

Wenn die Footballer der Carinthian Lions in der Division I (zweithöchste Liga) aufs Feld laufen, könnte man sagen: „Wenn der Vater mit dem Sohne“ oder vielleicht richtiger „Wenn der alte Löwe mit dem jungen“. In der Line Up stehen mit Bernhard und Denis Kamber nämlich zwei Generationen. Der Papa (39), Quaterback und eine Kärntner Football-Legende, der Sohn (17), Offensiv Line Guard und ein aufgehender Stern.

Anders als im normalen Leben beschützt auf dem Feld allerdings nicht der Vater den Sohn, sondern umgekehrt. Aufgabe des Offensive Line Guard ist, zu verhindern, dass der Quaterback getackelt wird. Macht der jungen Löwe einen Schritt zur Seite, wenn der alte ein Fernsehverbot ausgesprochen hat? „Nein“, schmunzelt Dennis. Obwohl ihm die Idee sichtlich gefällt. Am Feld denkt keiner der beiden in der Vater-Sohn-Kategorie, die gibt es erst wieder in der Kabine. Denn der Alte möchte natürlich seine Erfahrungen an den Jungen weitergeben und Erfahrungen besitzt er genug.

Seit 27 Jahren ist das eiförmige Laberl das liebste Sportgerät Bernhard Kambers. Den Großteil seiner Karriere spielte er bei den Lions oder deren Vorgängerklubs. Eine Saison (2005/06) gastierte er als Profi bei den Cineplexx Blue Devils in Vorarlberg und vier (2006 – 2010) bei den CNC Gladiators im Burgenland. Seine Erfolge: Dreimal holte er die Silver Bowle, einmal die Challenge Bowle, einmal die Iron Bowle und einmal den CEFL-Europacup, der mit dem UI-Cup im Fußball vergleichbar ist. Dazu spielte er von 1994 bis 2004 im österreichischen Nationalteam und wurde gleich mehrmals als Most Valuable Player (MVP) des Vereins und der Silver Bowle ausgezeichnet.

 

 

Da Football spielen kein Kindergeburtstag ist, ist die Liste seiner Verletzungen noch länger als die der Erfolge und Auszeichnungen. 2001 riss im Spiel um die Silver Bowl sein Kreuzband. Er spielte weiter, gewann mit seinem Team das Match und wurde sogar zum MVP des Finales gewählt. Zum Arzt ging er erst nach den Feiern drei Tage später. „Da hab ich mir gedacht, es ist doch mehr als eine Zerrung“, schmunzelt er. Die Knochenbrüche möchte er gar nicht erwähnen, „die gehören einfach dazu“, mehr behindern ihn die Gelenksschäden in beiden Knien und die beiden Bandscheibenvorfälle. Ans Aufhören denkt er trotzdem nicht. „Heuer spiele ich auf alle Fälle, dann sehen wir einmal, aber solange ich der Mannschaft helfen kann, mache ich weiter.“ Was sagt Ehefrau Carina dazu? „Er spielt gerne, da muss man die Verletzungen in Kauf nehmen. Ich bin selbst seit Jahrzehnten ein Football-Fan, war bis zur Geburt meiner Tochter Lilly vor acht Jahren bei allen Heim- und Auswärtsspielen dabei.“

Dennis hat Football schon als Kleinkind aufgesogen, die Eltern haben ihn aber nicht zu diesem Sport gedrängt. „Mir hat es einfach getaugt, deshalb habe ich vor zwei Jahren in der Jugend begonnen und darf nun in der Kampfmannschaft mitspielen“, erzählt er. Kann man Vater und Sohn vergleichen? Die beste Auskunftsperson ist da die Ehefrau und Mama: „Der Vater ist ehrgeiziger, er ist mehr mit Herzblut dabei, will bei keinem Training fehlen, Dennis ist laxer, wenn er Kopfweh hat, bleibt er zu Hause.“

Trainiert wird in der Vorbereitungszeit dreimal in der Woche und einmal in der Kraftkammer, dazu bekommt jeder für zu Hause ein individuelles Trainingsprogramm mit. Insgesamt umfasst der Kader rund 45 Spieler. Dem gehören mit Ausnahme des Italo-Kanadiers Zach Hoffmann nur einheimische Akteure an, der Trainer Jim Ward kommt aus Texas.

Die Knochen müssen die Spieler für Gottes Lohn hinhalten, Geld verdient keiner, im Gegenteil im Jahr sind 250 Euro Mitgliedsbeitrag zu berappen und die Ausrüstung (400 bis 600 Euro) muss sich jeder selbst kaufen. Deshalb muss auch Bernhard Kamber als Lackvertreter bei „Lack und Technik“ arbeiten und Dennis besucht die 2. Klasse der HTL in Ferlach.

Das Ziel für die neue Saison? „Wir wollen ins Finale um die Silver Bowle im Wörthersee Stadion und dort knapp verlieren, weil der Sieger muss in die Bundesliga aufsteigen und das wäre finanziell ein Abenteuer“, erklärt der wirtschaftliche Manager Arno Mitterbacher und Kamber sen. Fügt hinzu: „Wir müssen den Familien Rabitsch und Knees dankbar sein, dass sie dafür gesorgt haben, dass der Verein wirtschaftlich solide geführt wird. Das war nämlich nicht immer so. In der Vergangenheit gab es den einen oder anderen Manager, der das nicht so gemacht hat.“ Laut Mitterbacher beträgt das Budget zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Ein Teil kommt von Sponsoren wie der Kelag oder dem Seeparkhotel, ein weiterer von Stadt und Land. Dazu gibt es noch viele Unterstützer, die dem Verein finanziell weiterhelfen. Zu den Heimspielen auf den Anabichler Sportplatz kommen zwischen 200 und 500 Zuschauer.

 

Heimspiele:

Samstag, 25. 3 um 15 Uhr gegen Bratislava Monarchs

Montag, 17. 4 um 16 Uhr gegen Budapest Wolfes

Sonntag,14. 5 um 16 Uhr gegen St. Pölten Invaders

Sonntag, 1. 7. Um 17 Uhr gegen Viking 2