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Lifestyle | 03.09.2020

Luftkampf um Grund und Boden

Exklusiv: Land will zweites Gutachten für umstrittene Grundstücke am Flughafen Klagenfurt. Werte des Gutachtens 2015 werden nun, fünf Jahre danach, als „unredlich“ bezeichnet. Zweite Bewertung könnte Grundwert erheblich mindern. Vertrauliches Dokument enthüllt möglichen folgenschweren Fehler bei Millionenbeihilfen. Indes hat Orasch seine Anteile verkauft: An "sich selbst". Von Franz Miklautz

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© Getty Images
Wie der "Kärntner MONAT" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, bereitet das Land Kärnten eine zweite Bewertung der nicht betriebsnotwendigen Grundstücke am Flughafen Klagenfurt vor. Die Grundstücke, es handelt sich um Dutzende Hektar Land, sind seit der Übernahme von 74,9 % des Flughafens durch den Immobilien-Investor Franz Peter Orasch Gegenstand heftiger Spekulationen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2015 war von einem Wert von 28 Mio. Euro ausgegangen. Nun, fünf Jahre danach, werden die ermittelten Werte darin als "unredlich" bezeichnet. Das Zweit-Gutachten könnte zur Folge haben, dass die Grundstücke deutlich weniger wert werden.
 
Warum ausgerechnet die Kärntner Beteiligungs-Verwaltung (KBV), sie hält die Landesanteile und vertritt die Interessen der Öffentlichkeit, dieses Zweit-Gutachten beauftragen will, ist nicht klar: Die Liegenschaften befinden sich im Besitz der Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft (KFBG). Außerdem: Was die Gutachterin aus dem Jahr 2015 über damit in Zusammenhang stehende mögliche Widmungsgewinne sagt.
Auch ein eventueller Fehler des Landes könnte das Duell zwischen der KBV und Orasch um die Erweiterung seiner Flughafen-Anteile zuspitzen: Wie der MONAT herausfand, kritisiert der Rechnungshof (RH) das Land Kärnten in einem Vorab-Bericht deutlich. Das Land habe „seine Ansprüche am Rückflussbetrag (von Fluglinien-Beihilfen, Anm.) nicht vertraglich festgelegt“. In den 2000er Jahren zahlte das Land Kärnten Millionen an Billig-Fluglinien, damit die ihre Passagiere nach Kärnten schipperten. Dann verbot die EU die Beihilfen. Fazit: Die Fluglinien mussten 12,67 Mio. Euro zurückzahlen. Und genau die würden nun in der Luft stehen. Für den Fall, dass sie bei der KFBG „hängen“ bleiben, hätte Orasch als 74,9-Prozent-Eigentümer ein zusätzliches Verhandlungsargument im Poker um den Flughafen.
Die ganze Story lesen Sie in der Story "Luftkampf um Grund und Boden" im aktuellen "Kärntner MONAT".