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Lifestyle | 20.10.2022

Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben

Raiffeisen Chef-Analyst Peter Brenzinschek und seine exklusive Konjunkturprognose

Bild Business Frühstück 2022 der RLB Kärnten.jpg
Robert Kanduth (GREENone TEC), Peter Gauper (RLB Kärnten), Peter Brezinschek (Chefanalyst Raiffeisen), Vera Led (UNiQUARE Software), Otmar Petschnig (Fleischmann & Petschnig)

 „Wir verlieren in den kommenden 10 Jahren 300.000 Arbeitskräfte, die in Pension gehen. Die Lösung kann nur in der Automation liegen,“ fordert Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen beim Business Frühstück der Raiffeisen Landesbank Kärnten vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kärntner Wirtschaft.

 

Peter Brezinschek ist für klare Aussagen bekannt. Und er nahm sich auch diesmal kein Blatt vor den Mund, indem er uns in einer geopolitischen Zeitenwende sieht: „Die Globalisierung ist dem politischen Kalkül unterworfen. Damit werden wirtschaftliche Interessen verdrängt.“ Lieferengpässe befeuern die Güterpreise und die steigenden Energiekosten sorgen für Versorgungsängste. „Erfreulich ist, dass die Gaspreise wieder sinken. Es bahnen sich erste Entlastungen an.“ Handlungsbedarf sieht der Chefanalyst bei der Rohstoffabhängigkeit von China, der schwächelnde Euro kommt der Exportwirtschaft zugute.

 

EZB reagierte viel zu spät auf Entwicklung

Scharf kritisiert der Ökonom die Haltung der EZB, weil sie die Inflationsprognosen unterschätzt und zu spät eingegriffen hat. „Der Höhepunkt sollte erreicht sein und die Teuerungsrate bei 8,2 Prozent liegen.“ Für 2023 rechnet Brezinschek mit 6 Prozent, 2024 sollte sich die Inflation bei 3,1 Prozent einpendeln. Diese Entwicklungen merkt auch die Wirtschaft: Im Winterhalbjahr 2022/23 sei mit einer Stagflationsphase zu rechnen, wobei die Arbeitskräfteknappheit eine Herausforderung darstellt. „Wir verlieren in den kommenden 10 Jahren 300.000 Arbeitskräfte, die in Pension gehen. Die Lösung kann nur in der Automation liegen.“ Die Lohnrunden im Herbst sollten für die Unternehmer ein großes Thema werden.

 

Leitzins sollte nicht über 3 Prozent steigen

Den EZB-Leitzins prognostiziert Brezinschek für heuer mit 2,5 Prozent, er sollte auf bis zu 3 Prozent steigen. „Höher wird er aber aus meiner Sicht nicht mehr, die Zinskurve dürfte sich verflachen.“ Erfreulich: Im zweiten Halbjahr 2023 könnte eine leichte Erholung stattfinden. Während die Zinsen wieder steigen, verzeichnen auch Unternehmensanleihen einen Renditeanstieg in allen Bonitäten. Für Wohnimmobilien wird im zweiten Quartal eine sehr hohe Preisdynamik erwartet. Weniger attraktiv ist der Blick auf die Börsen: Seit Jahresbeginn ist der Aktienmarkt klar im Minus. „Hier besteht ein Gleichklang mit der Konjunktur“, so Brezinschek. Sein Tipp zum Abschluss ist daher: „Setzen Sie auf die Diversifkation der Wertschöpfungsketten.“

 

Unternehmen profitieren in Finanzfragen von Nähe und Kompetenz

Peter Gauper, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten, bleibt zuversichtlich. „Die Raiffeisen Landesbank Kärnten ist die Kärntner Firmenkundenbank und punktet mit Nähe und Kompetenz. Wir verstehen die Kärntner Unternehmer und bieten maßgeschneiderte Lösungen für die finanziellen Herausforderungen.“ Und Manfred Wilhelmer, Leiter Firmenkunden, ergänzt: „Mit unserem umfassenden Know-how können wir Unternehmen optimal bei Investitionen, Förderungen und Digitalisierung begleiten und beraten.“