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Lifestyle | 24.06.2019

Bon Voyage! Bestens gerüstet mit der Reiseapotheke

Für die Sicherheit auf Reisen gehören bestimmte Medikamente, Pflaster und Salben als Reiseapotheke mit ins Reisegepäck. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht, um den Urlaub unbeschwert genießen zu können.

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© Shutterstock

Ein bisschen gesundheitliche Vorbereitung auf die geplante Reise bedeutet ein wenig Aufwand, kann aber vor unangenehmen Überraschungen schützen. Nicht nur der neue Bikini im Leopardenprint, der breitkrempige Sonnenhut, die neuen Flip-Flops und der Kindle sollen ins Reisegepäck. Vorausblickend ist es klug, eine Minimalvariante einer Standardreiseapotheke mitzunehmen, die entsprechend den Gegebenheiten der Reise angepasst oder erweitert werden kann.

Andere Länder-, andere Hygiene.

Die alkoholische Händedesinfektion wird bei Fernreisen immer mehr zum Thema. Die Hände spielen eine wichtige Rolle in der Übertragung von Infektionskrankheiten. Und wer braucht schon Schnupfen, Halsweh, Heiserkeit geschweige denn Durchfall im Urlaub? Zwar würden die meisten Erkältungs- und Atemwegserkrankungen als Tröpfcheninfektion durch Anhusten oder Anniesen übertragen, die Ansteckung über die Hände sei meist aber noch direkter, weiß die Reisemedizinerin Univ.-Doz. Dr. Ursula Hollenstein von Traveldoc in Wien. Da unsere Hände bewusst und unbewusst täglich vielfach in unser Gesicht wandern – wir kratzen uns an der Nase, reiben uns die Augen, greifen zum Mund – kommen Krankheitserreger auf diesem Weg an ihr Ziel, und schon hat man die Infektion. „Auch die vielfach dem verunreinigten Wasser oder Lebensmitteln angelasteten Durchfallerkrankungen werden sehr häufig durch simplen Händekontakt übertragen“, sagt Hollenstein.

Desinfektionsgel immer mit dabei.

Einfaches Händewaschen mit Wasser und Seife kann die Keimbelastung der Hände zwar etwas verringern, eine wirksame Verminderung der Infektionserreger gelingt aber nur durch die Einwirkung von Alkohol oder anderer starker Desinfektionsmittel. Überdies hinaus ist das regelmäßige Händewaschen auf Reisen oft aus Wassermangel oder nicht verfügbarer Gelegenheit gar nicht möglich. „Unter Umständen wird es auch als grobe Unhöflichkeit interpretiert, wenn man sofort nach der Begrüßung von Einheimischen oder Gastgebern im fremden Land zum Waschbecken läuft und sich die Hände wäscht“, erzählt Dr. Hollenstein aus ihrem Erfahrungsschatz von Reisen in ferne Länder. Praktisch ist deshalb, ein kleines, reisetaugliches Fläschchen eines alkoholischen Gels immer mit dabei zu haben. Wenige Tropfen in den Handflächen verrieben genügen, um eine deutliche Reduktion der Bakterienzahl zu erreichen. So gelingt eine wirkungsvolle Händedesinfektion in jeder erdenklichen Reisesituation.

Was unbedingt dazugehört.

Medikamente, die als Dauermedikament eingenommen werden, müssen natürlich in ausreichender Menge mitgenommen werden. Wer weiß, ob die Apotheke im Ausland die Pille, das Blutdruckmedikament, den Cholesterinsenker führt, der Ihnen in Österreich verordnet wurde? Für die Wundversorgung sollten Desinfektionsmittel, Verbandspäckchen, Mullbinden, Pflaster in verschiedenen Größen, eine elastische Binde und eine Schere eingepackt werden. Mit einer Nadel und Pinzette lassen sich auch die unangenehmen Seeigelstachel, die so leicht brechen, relativ mühelos entfernen. Brauchbar ist auch ein Fieberthermometer in der Reiseapotheke. Immer mit dabei sein sollten Augentropfen, Nasentropfen und Ohrentropfen sein. Für die äußere Anwendung ratsam sind Sportsalben bei Verstauchungen und Pilzcremes bei Vaginalmykosen, Mittel gegen Allergien und Sonnenbrand. Lichtschutzcremes mit hohem LSF (> 30) und Sonnenbrille gehören in jede Tasche.

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Tragen Sie das Insekten-Schutzmittel auf alle unbedeckten Hautstellen dünn auf, eine dicke Schicht schützt nicht besser. © beigestellt

Montezumas Rache oder Reisediarrhoe.

Durchfallmittel sind aus der Reiseapotheke nicht wegzudenken, wobei man in vorbeugend und therapeutisch unterscheiden sollte. Ist der Durchfall schon einmal eingetreten, wirken nur mehr stark und vor allem schnell stopfende Medikamente, um dem drohenden Flüssigkeitsverlust und damit verbundenen Kreislaufproblemen entgegenzuwirken. Gegen Bauchkrämpfe und -schmerzen sollte man ebenfalls etwas dabeihaben. So darf Paracetamol gegen diverse Schmerzen und auch zur Fiebersenkung in der Reiseapotheke nicht fehlen. Bei fieberhaften Durchfällen ist es ratsam, nach Möglichkeit einen Arzt zu konsultieren. Ist eine ärztliche Begutachtung nicht möglich, sollte über drei bis fünf Tage, aber auf jeden Fall bis nach Fieberabfall ein Antibiotikum eingenommen werden, rät die Reisemedizinerin. Umgekehrt neigen viele Frauen auf Reisen zu Verstopfung, bedingt durch Flüssigkeitsverlust im Flugzeug oder auch durch weniger Trinken während langer Autofahrten. Gerade in den Sommermonaten ist darauf zu achten, dass die empfohlene Flüssigkeitszufuhr von 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich auf 3 Liter erhöht wird. Achtung: Alkohol entzieht dem Körper Wasser und gilt in diesem Fall nicht als Flüssigkeit!

Diskussionspunkt Klimaanlage.

Für eine ungestörte Nachtruhe sollte das Hotelzimmer mit intakten Mückengittern, einer Klimaanlage oder Moskitonetzen ausgerüstet sein. Die unteren Enden des Moskitonetzes sollten dabei unter die Matratze gesteckt werden, das verwehrt auch krabbelnden Insekten den Zugang, rät Hollenstein. Die Mehrzahl der Frauen bevorzugt die Klimaanlage, wenn sie abgedreht ist. Frau hat empfindliche Augen, es wird ihr leicht kalt, sie holt sich einen steifen Nacken. Die Herren der Schöpfung hingegen fühlen sich meist in zu warmen Zimmern nicht wohl und drehen die Klimaanlage gerne auf volle Power. Da man sich in klimatisierten Zimmern leicht verkühlt, hat die Tropenmedizinerin noch einen guten Tipp parat, der auch dem Hausfrieden zugute kommt: „Klimatisieren Sie Ihr Zimmer tagsüber, denn die Mücken fliegen nicht vom Warmen ins kühlere Zimmer, in der Nacht kann dann die Klimaanlage auf „low“ gestellt oder abgedreht werden.“ Ein nicht klimatisiertes Zimmer lässt sich mit Insektenspray von ungebetenen Gästen, die sich tagsüber angesammelt haben, schnell befreien. Bei juckenden Insektenstichen oder Sonnenbrand kann auch eine leichte kortisonhaltige Creme oder Milch aufgetragen werden. Und wer es sich einfach machen möchte und nicht die Auswahl selbst zusammenstellen möchte, fragt in der Apotheke nach Reiseapotheken als Komplettpaket.