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People | 10.10.2019

Der Huawei-Chef Ren Zhengfei und seine Expansion in Österreich

Zum Engagement von Huawei in Österreich.

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© Karlis Dambrans/Shutterstock

Der chinesische Unternehmer Ren Zhengfei ist in Österreich und Europa kaum bekannt. Dabei ist er der Gründer und Geschäftsführer des chinesischen Unternehmens Huawei, das seine Präsenz in Europa aktuell massiv aufbaut. Bereits im Jahr 1987 legte Ren Zhengfei mit der Gründung der Huawei Technologies Co. Ltd den Grundstein für das heutige Unternehmen Huawei. Zunächst war die Firma vor allem im Bereich der Serversteuergeräte tätig. Hier gelang ihr schon im Jahr 1992 eine Innovation. Sie entwickelte einen Switch für C&C Server, der rund 65 Prozent billiger war als die Produkte der Konkurrenz. Im Laufe der Jahre baute er sein Netzwerk immer weiter aus, wodurch das Unternehmen mehr und mehr Aufträge bekam. Schon in den 1990er Jahren hatte Huawei eine führende Rolle beim Aufbau von Telekommunikationssystemen in vielen afrikanischen Ländern.


Diese Rolle möchte Huawei jetzt weltweit beim Aufbau von 5G Netzen einnehmen. Das wäre zumindest die Begründung für das umfangreiche Engagement des chinesischen Unternehmens in Europa.
Aktuell hält Ren Zhengfei noch einen Anteil von etwa 1,42 Prozent der Aktien. Er ist somit zumindest bezüglich seines Stimmrechts auf einer Stufe mit vielen anderen kleineren Anteilseignern und könnte problemlos abgesetzt werden, wenn sich die Mehrheit der Aktionäre dafür entscheidet.
Offiziell befinden sich die Aktien von Huawei im Besitz der Angestellten. Laut einer aktuellen Studie ist dies aber de facto nicht der Fall. Die Aktionärsstruktur ist sehr undurchsichtig und die Studie geht davon aus, dass sich das Unternehmen in Staatsbesitz befindet.

Das Engagement von Huawei in Österreich

Anscheinend verfolgt das Unternehmen von Ren Zhengfei aktuell eine Strategie, um seinen Einfluss in Europa zu stärken. Das könnte vor allem daran liegen, dass die Sanktionen der USA dazu geführt haben, dass Nordamerika als Markt für Huawei nahezu vollständig verloren geht. Umso wichtiger ist es deshalb für das Unternehmen aus Shenzhen, dass zumindest die Beziehungen zu den europäischen Ländern gut bleiben. Sonst besteht die Gefahr, dass die Vorbehalte auch hier immer stärker werden. So zeigte sich bereits beim 5G Netzausbau, dass viele Länder ein Problem mit der Technik des chinesischen Unternehmens haben. Sie sind nicht bereit, mit Huawei zusammenzuarbeiten, obwohl Huawei aktuell die beste Technik für Mobilfunknetze bietet. Im Bereich der 5G-Technologie ist Huawei seinen Marktbegleitern rund ein bis zwei Jahre voraus. Wer sich aktiv gegen die Technik von Huawei entscheidet, verzichtet damit also auf viel technischen Fortschritt und setzt sich selbst zurück.
Man kann nur hoffen, dass Österreich auch durch die neuen Forschungszentren technologieoffen bleibt, um einen schnellen Ausbau eines flächendeckenden 5G-Netzes zu ermöglichen.


Gerade im Vergleich zum Nachbar Deutschland bieten sich für Österreich viele Chancen. Die Frequenzauktion hier fand deutlich vor der in Deutschland statt. Die Mobilfunkbetreiber hatten deshalb deutlich mehr Zeit, um ein Konzept zu entwickeln und zu starten. Auch die aktuelle Netzqualität spielt eine wichtige Rolle. Während in Deutschland noch viele Funklöcher geflickt werden müssen, kann Österreich sich voll auf den 5G-Umstieg fokussieren.
Darüber hinaus gilt der Mobilfunkmarkt in Österreich als besonders hart umkämpft. Das führt ebenfalls dazu, dass die Anbieter eine stetige Verbesserung ihrer Netze als hohe Priorität ansehen, um ihre Kunden weiterhin zufrieden zu stellen. Dabei führt der Weg kaum an Huawei vorbei, denn das Unternehmen ist führend in der 5G-Technologie.
Es bleibt abzuwarten, ob solche Seilschaften ebenfalls zu einer Zusammenarbeit im Bereich der Smartphones führen wird. Möglicherweise schließt einer der Betreiber sogar eine Partnerschaft mit Huawei, um seinen Kunden die Smartphones mit 5G von Huawei anzubieten? Bis es so weit ist, können die potentiellen Käufer die Geräte auch über einen der zahlreichen bei idealo.de gelisteten Shops beziehen. Denn dort finden sie definitiv den besten Preis.

Ein Huawei Forschungszentrum in Österreich?

Aktuell plant Huawei Forschungszentren in vielen europäischen Städten. Österreich stand dabei zunächst nicht auf der Liste. Und doch kann man davon ausgehen, dass das chinesische Unternehmen sein Engagement in Österreich noch weiter verstärkt. Das zeigt auch die Tatsache, dass Huawei sich mit vielen kreativen Aktionen präsentiert, um seine Kunden an die neuen Smartphones heranzuführen.
Darüber hinaus wurde erst vor einigen Tagen bekannt, dass Huawei nach einem potentiellen Standort für ein Forschungszentrum sucht. Wenn ein entsprechender Standort gefunden wird, dann ist auch die Eröffnung eines Forschungszentrums in Österreich in greifbarer Nähe. Das wäre auch nur konsequent. Denn Huawei versucht mit viel Aufwand, noch stärker auf den Markt in Österreich zu drängen. Mit einem Forschungszentrum wird das noch einmal unterstrichen und Huawei profitiert nicht nur vom Know-how, sondern gibt auch etwas zurück. Die Wienerzeitung.at berichtete schon vor einigen Monaten sehr detailliert über die Pläne des chinesischen Smartphone-Herstellers.


Die Stadt, die den Zuschlag für das Forschungszentrum erhält, dürfte davon in Zukunft ganz erheblich profitieren. Solche Arbeitsplätze locken Fachkräfte an und sorgen dafür, dass qualifizierte Absolventen der Hochschulen nicht abwandern, sondern sich vor Ort einen Job suchen. Das Forschungszentrum von Huawei könnte außerdem dafür sorgen, dass sich noch weitere Unternehmen im Umfeld ansiedeln. Oft braucht es nur ein namhaftes Unternehmen, um einen Standort attraktiv zu machen.