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People | 16.10.2019

Kärntnerin erobert die Filmwelt

Als Kind wollte sie immer nur eines: Schauspielerin werden. Heute ist Stephanie Lexer dank ihrer TV- und Kino-Engagements Stammgast auf den roten Teppichen von München bis Cannes. Von Tanja Kovačič

Von „Magic Changes“ ist in einem Song des Musicals Grease die Rede. Ausgerechnet diese Show war es auch, die Stephanie Lexers Leben eine entscheidende Wende gab. „Als ich mir mit meinen Eltern im Alter von neun Jahren in Wien Grease ansah, war es um mich geschehen. Da wusste ich, wohin es mich zieht. Nach meiner ersten Theater-Hauptrolle – übrigens als Hexe Backa Racka in Klagenfurt – war dann auch klar, dass es mich rein in die Schauspielrichtung zieht“, erzählt die Darstellerin. Seit ihrem Kino-Hauptrollendebüt in „Biest“ 2013 an der Seite von Peter Simonischek stand die Klagenfurterin in zahlreichen TV- und Filmproduktionen vor der Kamera. „Ich werde sehr gerne für verletzlich wirkende Figuren besetzt, ebenso für historische Produktionen. Beides liebe ich sehr“, verrät die 30-Jährige. So stand sie in den letzten Jahren auf den Besetzungslisten für Serien und Filmreihen wie etwa „Der Bergdoktor“, „Notruf Hafenkante“, „Bozen-Krimi“, „Aktenzeichen XY ungelöst“ oder „Lena Lorenz“.

Von der Polizistin zum Opfer

Aktuell freut sich Stephanie Lexer auf die Ausstrahlung von „Kommissarin Lucas – Die Unsichtbaren“: „Hier durfte ich zum ersten Mal in eine Polizeiuniform schlüpfen.“ Gerade in Fertigstellung befindet sich darüber hinaus der internationale, in englischer Sprache gedrehte, historische Kurzfilm über Mata Hari „Woman in the Mirror“. „Eine tolle Erfahrung war ebenso die Arbeit an ‚Der Alte – Schmutzige Wäsche’. Ich durfte unter anderem mit August Zirner vor der Kamera stehen, was ein besonderes Vergnügen war – wenngleich die Szene selbst gar nicht so amüsant für meine Figur endete ...“

 

Politische Rolle

Kürzlich mit dem Civis Medienpreis 2019 ausgezeichnet wurde die dokumentarische Dramaserie „Krieg der Träume“. Darin schlüpfte die Klagenfurterin in die Rolle der Ehefrau des späteren KZ-Kommandanten von Auschwitz Rudolf Höß. „Krieg der Träume ist eine fantastische Reihe geworden, die ich sowohl künstlerisch, aber auch politisch als absolut wichtig empfinde.“

Neben ihrer darstellerischen Tätigkeit wagt sich Stephanie Lexer neuerdings auch in den Synchronbereich vor – wenn sie nicht gerade bei Filmfestivals oder als Premierengast in Szene tritt. So lief sie in den letzten Monaten unter anderem beim Friedenspreis des Deutschen Films, beim Filmfest München oder beim Filmfestival in Cannes über den roten Teppich. „Früher waren solche Auftritte eine kleine Überwindung für mich. Mittlerweile fühle ich mich hierbei durchaus wohl. Außerdem ist es immer wieder schön, bei Filmfestivals Leute zu treffen, mit denen man gearbeitet hat oder auch neue Menschen kennenzulernen, die diese Branche ebenso lieben wie man selbst“, verrät die Darstellerin, die das Metier zunächst in einem klassischen Schauspielstudium an der Kunstuniversität Graz und später am Lee Strasberg Institute in Los Angeles sowie bei US-Schauspielerin Susan Batson in New York City erlernt hat. Bereits vor zehn Jahren stand sie etwa auch in „Good Will Hunting“ in London auf der Theaterbühne.

Im Einsatz für die Branche

Privat pendelt die Leseratte, die als Kind mit ihrer Mutter samstags immer die Regale der Buchhandlung Heyn durchforstete, heute zwischen München, Wien und Klagenfurt. „In den letzten Jahren arbeite ich sehr viel in München, wo ich manchmal schmunzeln muss, weil die bayerische Mentalität der kärntnerischen nicht mal so unähnlich ist.“ Seit Jahren engagiert sich Stephanie Lexer ehrenamtlich für den deutschen Schauspielverband und wurde im heurigen März in den Vorstand des VÖFS (Verein der österreichischen FilmschauspielerInnen) bestellt. „Auch Reisen sind meine Leidenschaft. Besonders genieße ich jedes Mal das Filmfestival in Cannes, denn die Côte d’Azur ist ein ganz magischer Ort.“