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People | 25.10.2019

Rudolf Plötz: ein Pirat bekocht Barcelona

Wer einen Abstecher in die spanische Metropole plant, dem sei ein Dinner bei Rudolf Plötz ans Herz gelegt. Der Absolvent der KTS Villach hat es mit „Pirate Cooking“ unter die Top 20 Barcelonas geschafft. Von Tanja Kovačič

Dörrfleisch, kärglicher Schiffszwieback und zwischendurch eine rausgefischte Seeschildkröte – das wurde einst bei Piraten an Bord aufgetischt. Mit diesen rauen seefahrerischen Essensgewohnheiten hat die Küche von Rudolf Plötz in Barcelona so gar nichts zu tun, auch wenn man beim Absolventen der Kärntner Tourismusschule Villach offiziell zum „Pirate Cooking“ einkehrt. Wer das Glück hat, einen Tisch bei Plötz zu bekommen, bucht ein kulinarisches Erlebnis. „Das Konzept des High Class Social Dinings geht zurück in die 90er Jahre, als gefragte Köche in New York kleine Gruppen von Gästen in ihren Privatwohnungen empfingen und ihnen Menüs mit ihren besten Gerichten servierten. Damals arbeitete man mit Mundpropaganda. 2012 wurde die Idee einer weltweiten Plattform geboren, um Reisenden und Einheimischen die Möglichkeit zu geben, intim und mit einer Gruppe bis dahin Unbekannter einen schönen Abend mit gutem Essen zu verbringen“, erklärt der passionierte Koch im Piratenlook, der mit seinem schmucken kleinen Lokal über Plattform-Marktführer Eatwith.com zu buchen ist – übrigens auch als „Private Chef “ für kleinere Feiern.

Neun Gänge mit Abenteuer

Das Wissen, das Plötz nach der Ausbildung in Villach mit Engagements in Restaurants und Hotels von Österreich über Liechtenstein und Deutschland bis hin in die Schweiz perfektioniert hat, zaubert er in seinem Restaurant auf die Teller der internationalen Gästeschar. Das neungängige Degustationsmenü wartet mit Verführungen wie Herzmuschelrisotto mit Idiazabalkäse und Korianderpesto, Sous-vide gegartem Kalbshuft aus den Pyrenäen mit Sommergemüsen, katalonischem Frischkäse und Rotweinjus oder aber rosmaringeräuchertem Zitroneneis mit Kernölschwämmchen und Baisersplittern auf. „Das Menü wird begleitet von erlesenen Weinen, eigens ausgesuchtem Spezialbier oder alkoholfreien Alternativen. Den Tisch teilt man sich mit anderen Gästen aus der ganzen Welt und genießt somit nicht nur ein fantastisches Menü, sondern auch interessante Geschichten und lustige Anekdoten. Das ist die Idee hinter dem Konzept“, so Plötz, der auf biologische und regionale Zutaten in Kombination mit exotischen Gewürzen setzt. Massenabfertigung ist hier ein Fremdwort, der Gast wird vom Chef durch das Menü begleitet und kann diesem gern auch beim Kochen über die Schulter blicken. „Mir ist wichtig, die Menschen zu überraschen – etwa mit einer Geschmackskombination, die auf den ersten Blick nicht zusammenpasst.“

Top 20 in Barcelona

Mit dem „Pirate Cooking“ hat Rudolf Plötz in jedem Fall eines erobert: die Herzen der einheimischen und durchreisenden Gourmets. Auf Tripadvisor wird das einzigartige Minirestaurant mittlerweile unter den Top 20-Essgelegenheiten (von insgesamt rund 10.000!) Barcelonas und einer Höchstbewertung von 5,0 geführt. Und was ist des Chefkochs persönliches Lieblingsgericht? „Schweinsbraten mit Serviettenknödel von meiner Mutter oder ein guter Tafelspitz mit Semmelkren.“ Da bleibt der Pirat doch lieber bei seinen Wurzeln.