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People | 09.09.2019

Geliebter Bösewicht: Juergen Mauerer

Vorstadt-Schorsch, Hamburger Kommissar, Gauner in einem neuen Kinofilm. Der Kärntner Schauspieler Juergen Maurer ist gefragt wie nie – und träumt doch von einem ganz bestimmten Anruf aus Klagenfurt. Von Tanja Kovačič

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Gauner par Excellence: Juergen Maurer gibt in seinem neuen Film einen Schrottplatzkönig © Ioan Gavriel

Grundsätzlich spielt man Bösewichte gern. Wobei: ob man mit dem Bösewicht für ein Drama oder für eine Komödie vor der Kamera steht, macht natürlich einen grundlegenden Unterschied“, erzählt Juergen Maurer. Im aktuellen Fall ist es für ihn Letzteres, hat der Kärntner Schauspielstar doch vor wenigen Tagen die Dreharbeiten für die Kinokomödie „Hals über Kopf“ abgeschlossen. Premiere feiern wird der Streifen voraussichtlich nicht vor dem Sommer 2020. Das Publikum muss sich also noch etwas gedulden. Gespannt darf man auf den neuen Streifen aber in jedem Fall sein, hat sich doch dabei das „Harri Pinter, Drecksau“-Erfolgsduo wiedergefunden. „Es war mir eine große Freude, wieder mit Regisseur Andreas Schmied zu drehen, den ich sehr schätze“, so Maurer.

Flotte Gaunerkomödie

Zum Inhalt: Die reiche Bankierstochter Ella (Miriam Fussenegger) flüchtet wenige Minuten vor ihrer arrangierten Hochzeitund versteckt sich im Kofferraumeines Bentleys. Ausgerechnet diesen stiehlt der schusselige Autodieb Richie (Otto Jaus). Ella wittert die Chance, eine Entführung zu inszenieren, um ihren korrupten Vater ans Messer zu liefern. Juergen Maurer kommt als kriminell-skrupelloser Onkel des Entführers ins Spiel und verleiht der Gaunerkomödie einen verrucht-verbrecherischen Touch. „Es hat großen Spaß gemacht, den Schrottplatzkönig Siggi zu spielen.“

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Am Set. Der Kärntner Schauspieler alias Siggi mit Kollegen Julian Loidl und Dirk Riessberger © Ioan Gavriel

Vorstadt-Schorsch

Im Sommer den Gauner bei Kino-Dreharbeiten zu geben war für Juergen Maurer Kontrastprogramm zu seinen übrigen Engagements. Noch bevor nämlich bei uns die neuen Folgen der vierten Staffel der „Vorstadtweiber“ über die Bildschirme flimmern, ist mittlerweile bereits die erste Hälfte der fünften Staffel abgedreht. „Ab September stehen wir für die zweite Staffelhälfte vor der Kamera und man darf sehr gespannt sein, wie sich die Dinge in der Serie entwickeln“, verspricht Maurer alias „Vorstadt-Schorsch“. Doch was wird sich in Staffel fünf, die 2020 zu sehen sein wird, abspielen? Erbschaften, finanzielle Krisen, ein alter Bekannter, der sich im Gefängnis ins Fäustchen lacht, und die neue geheimnisvolle Designerin Okka bringen das Leben der Vorstadtweiber gehörig ins Wanken. Die Ladies bekommen die Chance, in ein marodes Taschen-Luxuslabel zu investieren - aber in der Vorstadt kommt bekanntlich nie etwas ohne doppelten Boden.

Doch nicht nur die Austro-Rollen als Siggi und Schorsch sind dem gefragten Schauspieler auf den Leib geschneidert. Seit 2015 steht Maurer regelmäßig für die Hamburger Kriminalfilmserie „Neben der Spur“ als Kommissar Vincent Ruiz vor der Kamera, im Vorjahr brillierte er in der sechsteiligen Psychothriller-Serie „Parfum“ auf ZDF neo und Netflix.

Persönliche Rollenvorlieben hegt der Kärntner nicht. „Es gibt keine schwierigen oder leichten Rollen. Jede einzelne bedeutet intensive Arbeit, jede ist ein eigenes Werksstück. Natürlich gibt es aber Rollen, die besondere seelische Anforderungen stellen.“

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Dreamteam. Juergen Maurer mit seiner Maria Köstlinger © Starpix/Picturedesk.com

Sehnsucht nach der Bühne

Privat hat sich Juergen Maurer mit Lebensgefährtin Maria Köstlinger soeben den Traum vom eigenen Haus vor den Toren Wiens erfüllt. „Derzeit bemühen wir uns, die Anzahl der umherstehenden Umzugskartons zu reduzieren und alles einzuräumen“, verrät der 52-Jährige, der insgeheim zwei Wünsche hegt. Einerseits würde er gern öfter gemeinsam mit seiner Maria vor der Kamera stehen. „Ich deponiere das schon auch, aber es lässt sich natürlich nicht immer einrichten.“ Andererseits sehnt sich das ehemalige Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters nach der guten alten Zeit auf der Bühne. „Wenn (noch) Stadttheater-Intendant Florian Scholz anruft, stehe ich sofort auf der Matte. Am liebsten als Mcbeth, den würde ich für mein Leben gern mal spielen.“